Kategorie: 2026
-
Der Vampir im Rollstuhl – Leben ohne Thermostat
Hallo Juli, bzw. fast schon Tschüss Juli^^, schon am frühen Morgen flimmert die Luft über den Straßen. Die Sonne steigt höher und höher, als wolle sie den Himmel ganz für sich allein beanspruchen. Die Erde wirkt ausgetrocknet, die Wiesen verlieren ihr sattes Grün, Blätter hängen müde an den Bäumen und selbst der Wind scheint seine…
-
Wo bleiben eigentlich unsere Jubiläumskarten, liebes Leben?
Bevor ihr den eigentlichen Text zum lesen bekommt, möchte ich ihn einer ganz besonderen Frau widmen. Einer Freundin, die mir ihre Gedanken geschenkt hat. Die den Mut hatte, ihre Gefühle mit mir zu teilen. Die mir vertraut hat, obwohl manche Gedanken so tief sitzen, dass sie oft unausgesprochen bleiben. Danke, dass ich einen Blick in…
-
Die Welt ist laut geworden
Manchmal frage ich mich, wann Gespräche eigentlich so schwer geworden sind? Früher dachte ich, Menschen hören einander zu, um zu verstehen.Heute wirkt es oft, als würden viele nur noch darauf warten, endlich selbst sprechen zu dürfen.Alles ist laut geworden.Schnell.Hart.Jeder Begriff trägt plötzlich Gewicht.Jeder Satz scheint sofort eine Seite zu brauchen.Dafür oder dagegen.Schwarz oder weiß.Gut oder…
-
Ich bin mehr als meine Diagnose
Am 8. Juni ist Welthirntumortag. Ein Tag, den viele Menschen wahrscheinlich übersehen, während sie morgens ihren Kaffee trinken, zur Arbeit fahren oder darüber nachdenken, was sie später einkaufen müssen. Und ehrlich gesagt verstehe ich das sogar. Das Leben der meisten Menschen läuft weiter. Termine. Supermärkte. Regen. Rechnungen. Alltag eben. Aber für manche von uns bleibt…
-
Einfach menschlich.
Die Menschen sehen meinen Rollstuhl zuerst und mich erst später. Manchmal glaube ich sogar, manche sehen nur den Rollstuhl. Nicht immer aus böser Absicht. Oft eher aus Unsicherheit. Weil viele Menschen nie gelernt haben, Behinderung als etwas Normales zu betrachten. Ihr Blick bleibt zuerst an den Rädern hängen. An dem, was anders wirkt. Und erst…
-
Krokodilstränen am Weidenzaun
Es gibt Erinnerungen, die nach Sommer riechen. Nach warmem Heu, staubigen Feldwegen und kleinen Kinderhänden,die sich fest in eine Pferdemähne krallen, als könnten sie damitdie ganze Welt festhalten. Neulich saßen mein Mann und ich zusammen und sprachenüber unsere Kindheit. Einfach so. Zwischen Tee, Müdigkeit und diesem warmen Abendlicht,das Wohnungen plötzlich weicher wirken lässt.Wir erzählten uns…
-
Heimat hat mehr als eine Sprache
Für manche klingt mein Name wie ein fernes Lied, getragen vom Wind über das Meer.Für andere ist er einfach nur ein Klang, ein Wort unter vielen.Für mich ist er mein Zuhause.Ein Ort, an dem sich alles sammelt, was ich bin: meine Herkunft,meine Widersprüche,meine Erinnerungen. Ein Name, der nicht nur mich ruft, sondern auch Geschichten flüstert,von…
-
Wenn ein Satz mehr ist als nur ein Witz
Es beginnt oft in Momenten, die eigentlich leicht sein sollen.Stimmen vermischen sich, ein Chat läuft nebenbei, irgendwo lacht jemandund für einen Augenblick fühlt es sich an, als dürfte man einfach dazugehören,ohne sich erklären zu müssen. Für mich war dieser Raum nie selbstverständlich.Es gab eine Zeit, in der ich dachte, dass mein Leben sich nur in…
-
Die leise Geschichte, die nie endete
Ich wollte eigentlich über etwas anderes schreiben.Aber dieser Text hat sich dazwischengeschoben.Eventuell, weil er schon lange da war. Es gibt Geschichten, die laut beginnen.Mit einem Ereignis, das alles verändert.Und es gibt Geschichten, die leise entstehen – lange bevor jemand merkt, dass sie erzählt werden müssen. Diese gehört zur zweiten Art. Sie hat keinen klaren Anfang.Keinen…
-
Fast gesund ist auch ein Zustand
Es gibt so Sätze, die klingen nach Hoffnung, fühlen sich aber an wie ein Achselzucken. „Das MRT war unauffällig.“ Unauffällig. Dieses Wort hat ungefähr die emotionale Tiefe von trockenem Toast und die Begeisterung eines Montagmorgens. Es bedeutet in meinem Fall nicht: Alles gut. Es bedeutet eher: Ja, der Tumor ist noch da. Macht aber gerade…