Sisyphos

Endlich Zuhause und in einer guten Physiotherapie Praxis in Therapie.  Die eigenen Grenzen erreichen und immer wieder was Neues lernen. So verging der Sommer und ich kämpfte mich Tag für Tag zurück in meine Selbständigkeit.  Und zum ersten Mal freute ich mich auf das bevorstehende MRT im November. Das erste Bild ohne Tumor. Ich erzählte allen, dass ich dieses Bild gerne aufhängen würde. Und ich bin gut gelaunt ins MRT. Doch als ich rauskam und zu meiner Ärztin ins Zimmer kam, sagte ihre Mimik schon, dass etwas nicht stimmte. Ich verstand es nicht, der Tumor war doch entfernt worden oder? Ja, aber es hatte sich ein Liquorkissen gebildet, so groß wie ein Tennisball. Das bedeutete OP! Es wurde mir erklärt, dass es kein komplizierter Eingriff sei und ich entspannt sein könne. Geplant war die OP Anfang Dezember und die Ärzte hatten recht. Nur vier Tage nach der OP durfte ich wieder nach Hause. Nur leider war doch nicht alles gut.  Ich habe Fieber bekommen und das Pflaster war nass. Eines Morgens war sogar mein halbes T-Shirt nass. Also zurück in die Klinik. Da wurde dann eine Probe der Flüssigkeit entnommen und drüber genäht. Ohne Betäubung. Half nur nicht viel. Fünf Tage vor Weihnachten musste ich im Krankenhaus bleiben und bekam abends eine Lumbaldrainage gelegt. Zum Glück bekam ich gute Schmerzmittel. Ich habe zwar den Arzt zugetextet und mich entschuldigt, weil er wegen mir Überstunden machte, aber ich habe die Schmerzen kaum wahrgenommen. Die Drainage lag Zehn Tage und es ging mir fast die komplette Zeit ziemlich mies. Es machte mir zu schaffen, dass ich nicht aufstehen durfte aber andererseits wurde mir bei der kleinsten Bewegung schlecht und schwindlig und ich übergab mich. Selbst Wasser löste kotzen aus. Die Drainage wurde gezogen und keine zwei Tage später nässte die Wunde wieder. Das hieß wieder eine Drainage für wieder zehn Tage und eine weitere Operation. Bei der OP wurde mir aus dem Oberschenkel eine Faszie entnommen und im Kopf eingesetzt dazu drei Schrauben und zwei Platten. Und aus Zement wurde ein Knochen nachgebildet der 1999 entnommen wurde. Alles mit der Hoffnung, dass die Wunde nun trocken bleibt. Tja dem war aber nicht so.  Leider.  Meine Nerven waren durch. Ich weinte fast nur noch und verlor mein Vertrauen in die Medizin.  Darum holte meine Familie den Arzt der mich im Mai operiert hatte. Das Gespräch half mir mehr als die Therapeutin die von meinem Lebenslauf erschlagen war. Ich hatte am Ende das Gefühl, dass ich sie therapierte und nicht sie mich.  So! Drainage wurde wieder gezogen und ich durfte das erste Mal wieder sitzen. Endlich.  Der Tag war fast heilig für mich und meine Zimmernachbarin, da das auch ihr Tag war an dem sie nach Tagen endlich das Bett verlassen durfte. Aber ich war sehr wacklig unterwegs und hatte das Gefühl meine Beine seien aus Pudding.

Leider wurde mir ein Tag später die Freude wieder genommen. Die Wunde nässte schon wieder. Das bedeutete wieder eine OP, ein Shunt musste her. …

Seit der Shunt liegt geht es mir „gut“ ich kämpfe immer noch mit Schwindel und Kopfschmerzen aber ich bin Zuhause. Wir machen jeden Tag Übungen und ich habe langsam das Gefühl fitter zu werden. Ich muss zwar wieder von vorne anfangen aber das Ziel lohnt sich.

3 Antworten zu “Sisyphos”

  1. Liebe Djami,Ich bin soooo unendlich froh und dankbar, dass Du Dich wieder zurück kämpfst und wünsche Euch beiden weiterhin viel Erfolg dabei. Eure Liebe  zueinander ist Hoffnung und Vertrauen ! Eure BibsVon meinem Samsung Galaxy Smartphone gesendet.

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