Autor: Däumelinchen
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Narben tragen keinen Scheitel
Es ist kein Geheimnis, dass ich schon sehr lange sehr krank bin. Das Wort „lange“ ist dabei dehnbar wie Kaugummi. Es meint nicht Jahre oder Monate, sondern einen Zustand. Eine Epoche. Ein Vorher, das sich fremd anfühlt und ein Jetzt, dass sich nicht mehr rechtfertigt, weil es keine Alternative kennt. Krankheit wird irgendwann nicht mehr…
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Glück im Pech
„Der bulbo-zervikale Übergang ist kein Ort, an dem man Kompromisse macht. „ Auf einem schlichten Blatt Papier steht meine Geschichte.Schwarz auf Weiß.Daten, Abkürzungen, lateinische Begriffe, Zahlenkolonnen, die mehr nach Laborbericht klingen als nach Leben.Für Außenstehende ist es ein medizinischer Lebenslauf.Für mich ist es ein Roman. Einer, der nicht in Kapiteln, sondern in Narben geschrieben wurde.Einer,…
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Trotzdemtage….
was bleibt, wenn nichts leicht ist Es gibt diese Trotzdemtage.Tage, die sich nicht durch Optimismus rechtfertigen lassen und auch nicht durch Hoffnung im klassischen Sinn. Tage, an denen man nicht stark ist, nicht tapfer, nicht bewundernswert….sondern einfach nur da.Präsenz ohne Lösung.Wahrnehmung ohne Ziel.Man steht auf, weil Aufstehen eine Bewegung ist, die man noch beherrscht. Und…
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Ein neues Jahr…. und die Wahrheit dahinter
Ein neues Jahr beginnt…Und mit ihm all die Wünsche, die wir uns gegenseitig zusprechen:Gesundheit, Kraft, Glück, Zuversicht….Worte, die oft leicht über die Lippen gehen, weil sie gut klingen & Hoffnung transportieren.Und doch sind sie manchmal schwerer, als wir ahnen. Denn nicht jeder startet mit denselben Voraussetzungen. Nicht jeder Körper ist bereit für einen Neuanfang.Und nicht…
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Es ist Zeit hinzusehen
Letzter Beitrag diesen Jahres Ich hoffe, Du hattest wunderschöne Weihnachten? Heute möchte ich über zwei Themen sprechen, die mehr miteinander zu tun haben, als viele denken. Und obwohl ich so viele fertige Texte in meinem Repertoire habe, drängt sich dieser hier nach ganz vorne. Vielleicht, weil er fällig ist. Vielleicht, weil er schmerzt. Vielleicht, weil…
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Willkommen im Uniklinik-Bermudadreieck
Es gibt Dinge im Leben, auf die man sich verlassen kann: dass der Bus immer dann kommt, wenn man gerade keine Schuhe anhat. Dass das Internet immer dann abstürzt, wenn man etwas Wichtiges abschicken will.Und – mein persönlicher Favorit – dass die Uniklinik immer genau dann organisatorisch komplett auseinanderfällt, wenn man selbst gerade dringend krank,…
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Eine Mutter trägt die Welt in sich
Manchmal schreibe ich Texte nicht nur für andere, sondern auch für mich selbst…als Erinnerung, als leise Form der Verarbeitung. Dieser Beitrag hier ist einer davon. Er entstand aus Gedanken über das, was mir verwehrt blieb & aus tiefer Bewunderung für all jene, die Mutter oder Vater sind. Ich wollte Worte finden für etwas, das oft…
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Wo Flocken fallen & Gedanken bleiben

Diese Woche werde ich wieder im MRT liegen.Dieses surrende, vibrierende, eingeengte Universum, das gleichzeitig so laut und so still ist, dass man fast vergisst zu atmen. Schon jetzt kriecht die Nervosität in mir hoch, wie kaltes Wasser an einem Wintermorgen. Sie berührt zuerst die Füße, dann die Knie, dann das Herz. Und irgendwann sitzt sie…
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Fester stehen, wenn der Sturm tobt
Manchmal sind es nicht die großen Gewitter am Himmel, die uns aus der Bahn werfen. Es sind die leisen, stetigen Stürme in unseren Beziehungen, in unseren Gesprächen, in den unsichtbaren Momenten zwischen den Worten. Es gibt Worte, die wie sanfte Wellen klingen doch darunter verbergen sich Strömungen, die uns in die Tiefe ziehen wollen. Manchmal…
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Schweigen ist keine Option
Eigentlich hatte ich etwas ganz anderes vor.Ein Text, den ich fertig schreiben wollte. Einer, der sanft ist, leise, nachdenklich.Er heißt „Eine Mutter trägt die Welt in sich“ und er erzählt von Liebe, von Dankbarkeit, von Verlust.Von der unermesslichen Kraft, die in Müttern steckt.Von Herzen, die doppelt fühlen, und Händen, die Halt geben, selbst wenn sie…