Frohes neues Jahr euch allen. Vor allem Gesundheit wünsche!

Das alte Jahr endete mit Trauer und Verlust im Kreise von Jung&Krebs. Und natürlich nimmt mich das mit. Gute Reise du wunderschöner Schmetterling, nun bist du frei von deinen Schmerzen. Du bleibst Unvergessen in unseren Herzen. Und ich…ich beginne dieses Jahr krank – welche Ironie als Langzeitkrebspatient. Im Dezember war ich nochmal im MRT und versuche nun, die richtigen Worte zu finden……was gar nicht so einfach ist. Mir selbst zu gestehen wie die Situation ist, ist schwer – es dann auch noch zu formulieren ….. Ich schaue täglich in den Spiegel und sag mir „alles wird gut“. Ich möchte mir glauben – wirklich aber dann kam der schriftliche Befund und ich fiel wieder in das Loch.
Es gibt nichts das so schwer zu überwinden ist wie die Angst. An die Angst erinnern wir uns immer am besten. Ich quäle mich aus düsteren Träumen nur um zu merken, dass das Aufwachen keine Linderung bringt. Es dauert zehnmal so lange sich wieder zusammenzufügen, als es dauert zu zerbrechen.
Das MRT selber war „unauffällig“ – wieso die Anführungszeichen? Weil meine Ärztin mir wiederholt erklärte, dass die Bildgebung nicht alles ist. Das Bild war unverändert, was erstmal gut ist, aber die Symptome bleiben. Weil der Bereich – in dem Anton sitzt – so eng, so verletzlich und empfindlich ist, dass Millimeter – was mit dem menschlichen Auge nicht zu erfassen ist, ausreichen, um das ich Schwierigkeiten bekomme. Da bräuchte es eine andere Untersuchung, die ich noch nicht kenne. Nur, bin ich schon so lange Krank, dass es mittlerweile egal ist, was das Ergebnis sagt. Ich gelte nach wie vor neurologisch als Austherapiert und das man mir nicht mehr helfen kann. Und das verkrafte ich psychisch nicht gut.
Die kommenden Tage darf ich mich in der Onkologie vorstellen, in der Hoffnung – hier ein Antrag bei meiner Krankenkasse stellen zu dürfen, für ein Medikament, welches in Europa noch nicht zugelassen ist. Dieses Medikament wäre eine Langzeitstudie – ob es was bringt, sieht man dann. Es bringt zumindest Hoffnung. Und so lange schlage ich mich mit menschlichen Problemen rum, lenke mich ab und versuche zu verstehen, warum der Mensch so ein komisches Wesen ist. Und suche meine Kraft und Motivation. Denn mittlerweile bin ich ehrlich müde vom Menschsein und vom Leben. Weil der Mensch mit seinen Mitmenschen so komisch umgeht. Das Raubt mir jeglichen Sinn fürs Verständnis. Ich verstehe nicht wieso wir mit unseren Mitmenschen so schräg umgehen. Es gibt dieses Sprichwort „was du nicht willst, was man dir tut – das füg auch niemand anderem zu“ – ich versuche immer mich in mein Gegenüber hinein zu versetzten. Ach, das war bestimmt nicht so gemeint, Wahrscheinlich hat XY gerade stress…Ich schlucke meine Gefühle so lange runter bis ich platze und bin oft mit allen anderen Verständnisvoller als mit mir selbst. Von vielen Seiten bekomme ich oft gesagt, dass es eine Gabe sei wie Mitfühlend und Verständnisvoll ich sei. Ich bin nur ich, ich vergesse oft genug mich selbst und dass ich nicht erwarten kann, dass mit mir genauso umgegangen wird wie ich mit anderen umgehe.
Ich bin kein Selbstbedienungsladen, der dann geöffnet hat, wann es dir passt. Ich habe nicht nur Ware, die dir Schmeckt. Und ich bin absolut nicht dein Eigentum, nur weil es dir jetzt gerade gefällt und in zwei Tagen bin ich wieder vergessen, im Weg oder unbequem, weil ich meine eigene Meinung habe, die mit deiner offensichtlich nicht kompatibel ist und werde auf die Wartebank gestellt und ich soll still sein. So läuft das Leben nicht! So läuft meine Freundschaft nicht! Eine Freundschaft findet man nicht einfach auf der Straße, man baut sie auf. Und sie ist so Zerbrechlich wie ein Kartenhaus.
Und das Wichtigste ist und bleibt Kommunikation.
Es gibt viele Arten der Kommunikation und schon Watzlawick erklärt in seinem Kommunikationsmodell – dass aus fünf Grundregeln besteht – die er Axiome nannte – dass man nicht nicht Kommunizieren kann. Das spannende ist ja, dass die verbale Kommunikation den kleinsten Teil ausmacht und der größte Teil der Kommunikation, genau wie bei unseren tierischen Verwandten, nonverbal stattfindet. Auch Schweigen ist eine Antwort. Im kaufmännischen heißt es „Schweigen ist Zustimmung“.
Es gib das vier Ohren Modell, dass erklärt ziemlich eindeutig was ich meinen. Es ist unterteilt in vier verschiedenen Ebenen. Die Sachebene, die Selbstkundgabe, die Beziehungsebene und die Appellebene. Der Sender übermittelt immer auf allen vier Ebenen gleichzeitig und der Empfänger nimmt auf allen vier Ebenen alle Nachrichten wahr. Nur stimmen oft die Verhältnisse nicht – und geboren ist das klassische Missverständnis.
Ja, ja ich weiß, Philosophie ist nicht für jeden etwas. Mit Philosophie haben die Kommunikation Modelle aber nicht wirklich viel zu tun. Klar auch, aber Kommunikation und deren (Be) – Deutung sind in nahezu in jedem Fachbereich immens wichtig. Eigentlich, überall wo Menschen aufeinandertreffen.
Ich persönlich bin ein sehr impulsiver Mensch. Mir sind Ausdruck, Mimik und Gestik oft wichtiger als das gesprochene Wort.
Zb wenn du mir sagst, dass du mich magst, dass aber mit verschränkten Armen machst und eventuell mit dem Rücken zu mir stehst, glaube ich dir nicht. Weil deine komplette Haltung Ablehnung und Desinteresse ausdrückt. Ich bin sehr Harmoniebedürftig und spüre, wenn ich in einen Raum komme – egal ob real oder virtuell – wie die Stimmung ist. Ich höre und sehe den Menschen oft mehr an, als ich wissen sollte und brauche Zeit und immer wieder die Möglichkeit mein Vertrauen in dich neu zu ertasten und gezeigt zu bekommen „das Sicherheit-Netz ist stabil“. Ähnlich wie ein scheues Reh. Und genauso schnell ergreife ich die Flucht und bin so weit weg, dass von unserer Freundschaft nichts mehr übrigbleibt als die Erinnerung im Treibsand versickert. Selbstschutz, Unsicherheit, Selbstzweifel….nenn es wie du es möchtest. Wer genau hinsieht, sieht das vieles nur Fassade ist. …und dass nicht nur bei mir. Die meisten Menschen nutzen Floskeln und zeigen ihr inneres nicht. Hier schließt sich der Kreis wieder…Kommunikation ist das A & O.
Ich würde mich zum Beispiel sehr freuen, wenn du mit mir Kommunizierst und mir ein Kommentar dalässt. Damit würdest du mir eine Freude machen.
7 Antworten zu “Kommunikation”
Ich sage immer: im wahren Leben sind es Gesten und auch, ob man jemanden riechen kann, oder nicht. Das funktioniert im Blog, wo nur das Wort zählt, nicht. Hier muss man sich auf das Bauchgefühl verlassen. Man kommentiert, was einem gefällt. Darauf wäre schön eine Resonanz zu bekommen. Das ist bei mir allerdings nicht einfach, weil ich meinen Blog einmal gelöscht habe und trotzdem meinen Namen behalten wollte. Das sieht WordPress nicht vor. Deshalb erscheint manchmal, wenn man mein Avatar antippt: madeinheaven hat sich abgeschaltet. Ja stimmt, deshalb nenne ich mich jetzt madeinheaven1. Solltest du mich suchen wollen dann musst du links oben auf die Zeitung gebe dort in der Suche madeinheaven ein und schon kommt ein Beitrag von mir. Wenn du den anklickst, dann kommt irgendwann ein FOLGE DIESEM BLOG. Dann könntest du es schaffen und dem Heaven ein bisschen näher sein.
Nun zu deinem Beitrag:
Ich hoffe nicht, dass ich dran Schuld war, dass es dir im Moment nicht so gut geht. Hatte in deinem letzten Beitrag alles Gute gewünscht. Vielleicht etwas zu spät. Nun ja, ich bin nicht unbedingt der Stein der Weisen, manchmal eher der Stein des Anstoßes. Nicht immer gerade, nicht immer logisch, aber oft jemand der anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ich würde mich freuen, wenn wir ein bisschen zusammen gehen (im übertragenen Sinne).
LikeGefällt 1 Person
Danke für deinen Kommentar! Ich werde dich finden. Wie könntest du daran schuld sein, dass der Krebs mich ärgert ? Da kannst du nichts für. Und ja, ich würde gerne ein Stück weg mit dir gehen .
LikeLike
Da ist genau das, was du vorausgesagt hast. Das kommt allerdings öfter vor , wenn ich was schreibe. Ich schreib: ich wünsche dir ein schönes Weihnachtsfest. Das war anscheinend nicht genug, denn danach kommt ja auch noch ein bisschen was und das Leben geht danach ja weiter. Hätte ich geschrieben: wünsche dir ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr und möge all das, was du dir dafür wünscht, in Erfüllung gehen, dann hätte ich (fast) alles abgedeckt. So hatte ich mich nur auf das Fest festgelegt.
LikeGefällt 1 Person
Alles gut. Mach dir keine Gedanken.
LikeLike
Das funktioniert nicht bei mir. Ich mache mir immer Gedanken.
LikeGefällt 1 Person
Hallo,
ich lese hier ja schon ein Weilchen mit, kommentiere aber eher selten?
Warum eigentlich???
Wünsche mir ja auch Kommentare bei mir.
Ich glaube als chronisch kranker Mensch, kommt man so sehr mit Floskeln in Berührung, dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit ist, bis man dieser Menschen überdrüssig wird.
Bei mir hat sich da im Freundes- und Bekanntenkreis echt die Spreu vom Weizen getrennt.
Und ich lebe auch nach dem Grundsatz „Wenn es meine Nerven kostet, ist es zu teuer!“
Gut als Patient muss man mach nervendes ertragen, was dem Gesundheitszustand oder echt einfach der Erkrankung geschuldet ist.
Aber zwischenmenschlich muss ICH das gar nicht.
Ich wünsche dir, dass du die neue Untersuchung bald kennst und für das Medikament die Zusage bekommst.
Vor allem aber wünsche ich dir, viel gute Kommunikation.
Liebe Grüße Anett
LikeLike
Vielen lieben Dank für deine Worte. Wo finde ich deinen Blog? Ich komme gerne vorbei.
Ja, Floskeln sind anstrengend. Ich wünsche dir auch alles Gute
LikeGefällt 1 Person