Es ist wesentlich besser als im März, aber ist es gut genug, um unbesorgt mich wieder dem Alltag zu widmen? Ich versuche es! Wirklich! Ich lenke mich ab und versuche wie gewohnt zu funktionieren! Ich versuche, wieder regelmäßig zu streamen und den gewohnten Content zu bieten. Ich versuche, bei der Physiotherapie meinen Status zu halten und weiterzukommen. Aber es fühlt sich alles nicht richtig an. Weil ich nicht fit bin! Der Nystagmus ist noch da, ebenso der Tinnitus und der Drehschwindel! Die Ursache immer noch nicht bekannt! Die Psyche rutscht täglich weiter in den Keller und das Nervenkostüm reißt Stück für Stück. Die Frage wie es mir geht, bringt mich regelmäßig zum Schwanken. Weil ich nicht in mich hinein hören möchte! Ich möchte nicht sehen was doch so offensichtlich ist. Ich brauche Zeit. Zeit die ich mir nicht geben möchte!
Die Angst, meine aktuellen Fortschritte und die Fassung wieder zu verlieren, schwebt kontinuierlich über mir. Der Gedanke ähnlich wie 2019, mich mit meinem Tod auseinanderzusetzten, belastet! Ich versuche, mich positiv abzulenken. Eine Freundin schrieb mir, als ich stationär war, dass wir alle auch mal Anti-Heldin sein dürfen. Ja, sogar sollen. Niemand ist immer stark. Niemand kann immer lächeln. Also beuge ich mich meiner Schwäche? Darf ich mir das erlauben und schaffe ich es, mich wieder aufzubauen? Ich möchte hier ehrlich sein, ich weiß es nicht. Die Angst, zusammenzubrechen und nicht wieder „aufstehen“ zu können, ist groß. Ich möchte doch einfach ein normales Leben! Mein Ziel, wieder Selbstbestimmung zu haben und selbständig zu leben, in den Urlaub zu fahren und mit meinem Mann etwas zu erleben … all das rutscht wieder im unerreichbare Ferne. Das Normalste der Welt – ein Wochenende irgendwo in einem Hotelzimmer? Wie soll das gehen? Es geht nicht! Und es kotzt mich an! Ich kollidiere aktuell mit jeder Art von Humor und verstehe alles falsch. Und das tut mir wahnsinnig leid. Ich möchte meine Unsicherheit an niemandem auslassen. Genauso wie es mir schrecklich unangenehm ist, immer wieder irgendwas abzusagen. Eine Feier, einen Stream, ein Treffen… es ist alles zu viel an manchen Tagen und absagen fühlt sich immer wieder wie versagen an und ich enttäuschte alle um mich herum und mich selbst….
Hallo Schneckenhaus… warte auf mich, ich komme….