Wie war das neulich im Beitrag?
„Man kann mich in meinen Texten kennenlernen“, hab ich geschrieben.
Wirklich? Kann man das?
Kann man einen Menschen wirklich kennenlernen, nur weil man seine Texte liest, seine Stimme im Podcast hört oder in einem TikTok-Video sieht, wie er über irgendwas lacht, während die Welt brennt – oder wenigstens ein Topflappen?
Ich glaube: Ja.
Zumindest ein Teil von mir ist hier.
Und das gilt für uns alle.
Texte sind wie Fenster. Manche ganz klar, andere beschlagen, manche angelehnt, und bei ein paar steht einfach „bitte draußen bleiben“ drauf – und man schaut trotzdem rein.
Ich schreibe hier oft von Hoffnung.
Von diesen kleinen goldenen Fünkchen, die ich zwischen all dem Schmerz, den Diagnosen und medizinischen Fremdwörtern finde.
Ich erzähle von meinem Rollstuhl, von der Tetraplegie, von Astrozytomen und MRTs, als wär’s der Wetterbericht.
Ich bin Expertin für Dinge, die sich niemand freiwillig aneignen will – außer man wird Arzt ^^.
Und ja – ich erzähle das mit einer großen Portion Humor, weil ich gelernt habe: Wenn du nicht lachen kannst, hast du schon verloren.
Und ich verliere ungern.
Aber was viele nicht wissen: Ich bin ein unglaubliches Chaos auf zwei (na gut, vier) Rädern.
Ich verliere ständig mein Handy – das übrigens fast immer auf meinem Schoß liegt.
Ich erzähle Geschichten, die mit einem harmlosen „also ich wollte eigentlich nur kurz“ anfangen – und 20 Minuten später weiß niemand mehr, worum es ursprünglich ging.
Ich bin unfassbar tollpatschig.
Wenn jemand in meiner Nähe stolpert (und sich nicht verletzt), bin ich die erste, die losprustet. Nicht weil ich’s böse meine – sondern weil ich einfach mitlache. Ich lache viel.
Und am meisten: über mich selbst.
Ich bin schadenfroh auf die charmanteste Weise.
Zumindest bilde ich mir das ein.
Denn ganz ehrlich?
Wenn du lachst, während du kämpfst, dann nimmst du dem Kampf ein Stück Macht.
Und ich kämpfe. Jeden Tag.
Mit meinem Körper, mit der Welt, mit Formularen & Hilfsmittel, mit Aufzügen, die nicht funktionieren, mit Menschen, die mir ungefragt den Rollstuhl und mich betatschen, weil sie denken, dass das „helfen“ sei.
Ich kann nicht laufen – aber ich renne durch mein Leben mit voller Wucht.
Manchmal gegen Wände.
Meistens emotional.
Ich bin so oft lost, dass ich eigentlich einen Stammplatz in der Lost & Found Abteilung haben sollte.
Ich labere drauf los, ohne nachzudenken, und denke dann später: Oh. Hoppla.
Aber weißt du, was mich rettet?
Meine Empathie.
Diese riesige Antenne in mir, die Menschen spürt, noch bevor sie wissen, dass sie was fühlen.
Ich sehe, wenn jemand lacht, aber das Lachen in den Augen fehlt.
Ich merke, wenn jemand laut ist, aber eigentlich nur nicht gehört wird. Ich sehe Wenn jemand stumm vor sich hin leidet um niemanden zur Last zu fallen und dass fälschlicherweise stärke nennt. Dann reiche ich gerne meine Hand.
Ich beobachte gern.
Nicht auf creepy Art – keine Sorge.
Mehr so wie ein Mensch, der einfach gern Geschichten sammelt.
Denn Menschen sind kleine Wunderwerke.
Und sie verraten so viel mit ihren kleinen Gesten – mit einem Seufzer, einem Blick zur Seite, einem leichten Zucken der Schulter.
Ich seh das.
Nicht immer. Aber oft.
Und manchmal frage ich mich: Wer liest das hier eigentlich?
Wer bist du, der du diesen Text gerade liest?
Kennen wir uns?
Bist du hier, weil du mich kennst? Oder weil du jemanden wie mich brauchst, um dich weniger allein zu fühlen?
Oder bist du einfach aus Versehen auf dieser Seite gelandet und denkst dir gerade: Was zur Hölle ist DAS denn für ein Blog?
(Spoiler: Einer mit Herz. Und Hirn. Und Humor und sehr viel echtem Leben. Und Tumor)
Vielleicht kennst du mich ein kleines bisschen.
Vielleicht erkennst du dich in meinen Zeilen wieder.
Vielleicht lachst du – oder bekommst Gänsehaut – oder denkst an jemanden, der so ist wie ich.
Und weißt du was?
Dann war es das wert.
Denn alles, was ich schreibe, teile ich nicht nur, weil es mich heilt – sondern auch, weil ich weiß: Wir brauchen einander.
Also, sag doch mal:
Wer bist du?
Hinter welchem Bildschirm sitzt du?
Was bewegt dich? Was lässt dich lachen?
Was trägst du mit dir rum, was niemand sieht?
Erzähl es mir. Schreib’s mir. Kommentier.
Denn ich hab gelernt: Man ist nie so allein, wie man denkt.
Und ich? Ich bin die mit dem Chaos im Kopf, dem Glitzer im Herzen und der Welt auf Rädern.
Aber immer mit offenem Ohr – und offenem Herzen.
Und jetzt du.
Eine Antwort zu “Wer ich bin – und wer du vielleicht bist”
Wörter sind hier das, was man im realen Leben, sich richtig riechen nennt. Entweder es passt, oder es passt nicht. Nicht jeder hat den richtigen Humor und nimmt ein Lächeln, oder ein Lachen krumm. Solche Menschen gehen vielleicht zum Lachen in den Keller.
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