Zwei Worte, die so oft gesagt werden.
Zwei Worte, die sich anfühlen, als müsste man die eigene Seele festbinden, damit sie nicht zerbricht.
Gerade jetzt.
Gerade in dieser Woche, in diesen Stunden, in diesen Nächten –
in der das Atmen schwer fällt, obwohl die Luft da ist.
In der der Gedanke an das, was kommt, lauter schreit als jeder Ton in meinem Kopf.
Und ich denke nur: Einfach aushalten.
Dabei geht es nicht mal nur um das, was beim MRT rauskommt.
Denn wenn wir ehrlich sind, gibt es doch sowieso nur drei Optionen:
Erstens: Der Tumor ist in den letzten Monaten nicht gewachsen.
Zweitens: Der Tumor ist gewachsen, aber wir können nichts tun.
Oder – und das ist am wahrscheinlichsten –
drittens: Sie können es nicht genau sagen.
Weil der Raum, in dem der Tumor sitzt, zu eng ist.
Weil das Bild verschwommen bleibt. Weil da nur Ratlosigkeit bleibt.
Aber weißt du, was mich am meisten zerreißt?
Nicht die Bilder. Nicht die Diagnose. Nicht das „wir wissen es nicht“.
Sondern der Moment.
Dieser eine Moment, wenn ich wieder in diesem weißen, sterilen Raum sitze.
Wenn alles nach Desinfektion riecht und nach Angst.
Wenn ich gegenüber meiner Ärztin sitze – dieser Frau, mit der ich so viele Chemos durchgestanden habe,
die mein Gesicht in unzähligen Phasen gesehen hat –
und plötzlich schweigen wir.
Weil es nichts gibt, was man sagen kann, wenn man über den eigenen Tod spricht.
Wenn wir wieder über ihn reden müssen.
Ihn, der wie ein Schatten neben mir sitzt, still, geduldig, wartend.
Und er wird irgendwann kommen.
Das wissen wir beide. Sie und ich.
Und trotzdem tun wir so, als könnten wir ihm ein Schnippchen schlagen.
Ein bisschen Zeit stehlen. Ein bisschen Leben reinpressen, wo der Körper schon nachgibt.
Und dann ist da mein Mann.
Mein geliebter Mann.
Der neben mir sitzt.
Der meine Hand hält, obwohl ich zittere.
Der mich ansieht, obwohl ich mich selbst nicht mehr anschauen kann.
Der immer wieder versucht, mich zum Lächeln zu bringen – obwohl ihm selbst manchmal danach ist, einfach nur zu schreien.
Ich sehe ihn.
Wie er kämpft. Für mich. Mit mir.
Und manchmal gegen die Hoffnungslosigkeit, die sich still zwischen unsere Worte legt.
Er ist da. Immer.
Wenn ich zerbreche.
Wenn ich schreie, weine, fluche oder einfach nur schweige.
Wenn ich so erschöpft bin, dass ich nicht einmal mehr spüre, was eigentlich weh tut.
Dann hält er mich.
Auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, es gibt nichts mehr, was man halten kann.
Es ist nicht das Ergebnis des MRTs, das mich innerlich zerschneidet.
Es ist die Realität, die damit verbunden ist.
Dieses ganze Spiel zwischen Hoffnung und Resignation.
Zwischen „vielleicht geht’s ja gut“ und „wir wissen es nicht“.
Zwischen „weiterleben“ und „warten auf den Moment, der alles verändert.“
Und ich? Ich sitze dazwischen.
Halte aus.
Einfach aushalten.
Weil es nichts anderes gibt.
Aber weißt du was?
Ich halte nicht allein aus.
Denn er ist da – mein geliebter Ehemann.
Und manchmal ist das alles, was mich weitermachen lässt