Der Zug der Zeit

Nun sitze ich hier, nach all den Jahren, wieder einmal im Zug. Musik in meinen Ohren, die Melodien sanft wie eine Decke, während ich Freiburg hinter mir lasse. Es fühlt sich an wie ein Neuanfang – und in vielerlei Hinsicht ist es das auch. Der neue Rollstuhl unter mir ist nicht einfach nur ein Hilfsmittel, er ist mein Schlüssel zu einer Freiheit, die mir so lange verwehrt schien. Endlich habe ich mein Leben, meine Selbstbestimmung, zurück. Und es ist, als hätte ich einen Teil von mir wiedergefunden, der so lange verloren war.

Der neue Rollstuhl – mehr als nur ein Hilfsmittel. Er ist mein Schlüssel zu einer Freiheit, von der ich so lange geträumt habe. Endlich habe ich das Gefühl, mein Leben und meine Selbstbestimmung zurückzuerlangen. Es ist, als hätte ich einen Teil von mir wiedergefunden, der lange verloren schien. Jeder Schritt in diese Richtung, jedes kleine Stück Unabhängigkeit fühlt sich an wie ein Sieg. Und ich bin so dankbar. Dankbar für die Menschen, die an meiner Seite stehen, die mich unterstützen und mir die Kraft geben, immer weiterzumachen.

Heute ist ein Tag zum Feiern. Wir feiern den 40. Geburtstag von einem wichtigen Menschen, aber dieser Monat hatte mehrere 40. Geburtstage von Menschen die mir unendlich wichtig sind. Heute sind die medizinischen Herausforderungen, die Sorgen, die Ängste einfach mal zur Seite geschoben. Der Fokus liegt auf dem Leben, auf den schönen Momenten. Diese Zugfahrt ist meine Generalprobe. Ein Vorgeschmack auf all das, was noch vor uns liegt. Die Wünsche und Träume, die ich mit meinem Mann teile – Reisen, Städtetrips, das Erkunden neuer Orte. Der Bodensee, Heidelberg, Speyer, Berlin, Hamburg – wir kommen! Wir werden Erinnerungen schaffen, die uns durch die schweren Tage tragen werden. Und die Ängste? Heute haben sie keinen Platz. Heute sind wir stark, heute sind wir frei.

Der Bass der Musik vibriert in meinen Ohren, während ich gedankenverloren aus dem Fenster blicke. Die Welt zieht vorbei, genauso wie meine Gedanken. Es ist ein seltsamer, fast magischer Moment. Alles bewegt sich, doch in mir ist eine Ruhe, ein Frieden, den ich lange nicht mehr gespürt habe. Es ist, als hätte ich endlich wieder meinen alten Platz in dieser Welt gefunden, mit all ihren Höhen und Tiefen. Und genau das liebe ich an diesem Leben. Es mag nicht immer leicht sein, aber es ist mein Leben, und ich bin bereit, es in vollen Zügen zu genießen.

Die Feier war wunderschön. Der Weg zurück, durch die Stadt im Bus, weckte Erinnerungen. Erinnerungen an eine Zeit, die so lange her scheint. Damals war alles einfacher, unbeschwerter. Doch das Leben verändert sich, und obwohl es nicht immer leicht ist, gibt es diese Momente, die uns zeigen, warum wir weitermachen. Warum wir nicht aufgeben dürfen.

Ich wollte nie erwachsen sein, wollte nie die Unbeschwertheit der Jugend verlieren. Doch jetzt, wo ich hier sitze, realisiere ich, dass das Erwachsensein nicht bedeutet, dass der Spaß vorbei ist. Im Gegenteil. Jetzt, mehr denn je, will ich das Leben genießen, bevor es zu spät ist. Und wenn die Zeit kommt, habe ich hoffentlich eine Truhe voller wertvoller Erinnerungen, die meine Lieben dann begleiten werden, wenn es an der Zeit ist. Bis dahin – lebe ich, liebe ich, und freue mich auf alles, was noch kommt.

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