Das 🐌 ist Sophia. Sophia ist, wie Du unschwer erkennen kannst, eine Schnecke. Sie ist langsamer, als die anderen Tiere. Sie hat keine langen Beine, kein flauschiges Fell und kein Schwätzchen zum Wedeln. Sophia ist nicht groß und auch so scheint Sophia nicht viel zu können. Die anderen Tiere sagen immer: „Du wirst das nicht schaffen, Du bist nur eine Schnecke. Du kannst nicht rennen, springen oder tanzen.“ Doch Sophia hat keine Ohren mit denen Sie diese Zweifel hören könnte. Also macht Sophia all das, was sie eigentlich gar nicht kann, weil sie keine langen Beine hat, kein flauschiges Fell und kein Schwänzchen zum Wedeln. Immer wenn Sophia sich ein Ziel gesetzt hat, macht sie sich auf den Weg. Langsam, denn sie ist eine Schnecke. Jeder Kieselstein auf diesem Weg ist für sie ein großer Berg, den sie überwinden muss. Alle anderen Tiere Schrauben und sagen ihr „Sophia, du musst das nicht tun – der Weg ist weit, zu steinig, zu trocken – du musst dich damit abfinden, du bist eine Schnecke und kannst nicht das, was wir anderen können.“ Doch Sophia hat keine Ohren, mit denen sie diese Zweifel hören könnte.
Oft ist Sophias Weg lang und steinig. Wenn es geregnet hat, dann kommt sie gut voran. Sie gleitet dann fast über alle Hindernisse und kommt schneller an ihr Ziel, als sie dachte. Doch auf Regen kann sie sich nicht verlassen und so kommt es oft vor, dass Sophia lange Durststrecken auf trockenem, heißem Boden überstehen muss und nur ganz langsam vorankommt.
Immer wenn es scheint, als kommt Sophia dieses Mal nicht an ihr Ziel, zieht sie sich in ihr Schneckenhaus zurück. Da harrt sie dann aus, bis bessere Zeiten kommen. Seit Sophia WLAN im Schneckenhaus hat, lässt sie die anderen Tiere da draußen an ihrem Leben im Häuschen teilhaben. Dann spielt sie Spiele oder macht lustige Videos von sich und unterhält all jene, denen sie nichts schuldet. Sophia motiviert viele andere Tiere an ihr ihre Ziele zu kommen, denn gerade, weil sie so klein ist und keine Beine, kein flauschiges Fell und kein Schwänzchen zum Wedeln hat, sind alle beeindruckt, was sie schaffen kann.
Nicht immer ist Sophia online. Je länger die Witterung heiß und trocken ist, Desto unwahrscheinlicher wirkt es, als kann Sophia ihr nächstes Ziel noch erreichen. Dann schläft sie viel in ihrem Schneckenhaus und hängt ein großes Schild an den Eingang auf dem steht:
HETZ MICH NICHT
Sophia hat eine beste Freundin, die Hündin Henriette. Anders als Sophia, hat Henriette lange Beine, ein flauschiges Fell und ein Schwänzchen zum Wedeln. Henriette scheint alles zu schaffe, was sie sich vorgenommen hat, weil alle glauben, dass sie alles kann. Immerhin hat sie lange Beine, ein flauschiges Fell und ein Schwänzchen zum Wedeln. Kaum einer könnte glauben, dass Sophia und Henriette beste Freunde sind, denn unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Wenn sie miteinander spielen, dann könnte der Ball, dem Henriette nachrennt Sophia zerdrücken. Doch die beiden lachen über dieselben dummen Witze, sind von denselben Zweifeln geplagt und weinen die gleichen Tränen.
Immer wenn Sophia Zweifel hegt und schon sehr lange in ihrem Schneckenhaus sitzt, dann sagt sie zu Henriette „Du ich glaube dieses Mal schaffe ich es nicht mehr. Vielleicht muss ich mich damit abfinden, dass ich nur eine Schnecke bin und nun ist dieser Ort mein neues Zuhause. Weiter komme ich nicht.“ Henriette sagt ihr dann immer „ich kenne keinen, der es eher schaffen würde!“
Gerade geht es Sophia wieder schlechter. Sie sitzt schon sehr lange in ihrem Häuschen und kommt nicht mehr raus. Henriette hechelt vor ihr und versucht den Weg zu befeuchten, doch Sophia bringen die Tropfen auf dem heißen Stein nicht wirklich etwas. „Es ist lieb gemeint Henriette, aber ich brauche so viel Kraft, um aus dem Haus zu kommen und diese wenigen Schritte zu gehen.“ Henriette macht sich Sorgen, Sophia wird nicht ewig in ihrem Haus sitzen können, zumal ihr Häuschen über die Zeit stark kaputt gegangen ist. Sophia und Henriette haben es schon geflickt, die Löcher gestopft und es neu angestrichen – aber wie soll Sophia die Zeit, die sie braucht, in diesem maroden kleinen Häuschen durchstehen?
Heute kommt Henriette voller Freude zu Sophia ans Häuschen heran. Es ist Sophias Geburtstag! Sophia ist nicht zum Feiern aufgelegt. Sie feiert nie den Tag ihrer Geburt, sondern nur die Tage, an denen sie große Ziele erreicht hat. Dennoch ist Henriette voller Freude, denn sie hat etwas mitgebracht! Ein neues Schneckenhaus für Sophia.
Auch wenn Henriette ihre Freundin lieber voller Tatendrang voran kriechen sehen würde, über jeden Kiesel und jeden Stein, bergauf und bergab, um allen Zweiflern zu zeigen, dass sie keine Ohren für sie hat, so weiß Henriette, dass sie manchmal zusehen muss – nicht helfen kann. Manchmal ist das eine Sache, die Sophia mit sich selbst ausmachen muss – ganz alleine in ihrem Schneckenhaus. Also hat Henriette eins besorgt. Sophia freut sich, pellt sich aus ihrem alten, maroden Häuschen raus, schlüpft in das neue ein und hängt gleich ein großes Schild an den Eingang:
Hetz mich nicht!

Diesen Brief & diesen Pulli habe ich zum Geburtstag von meiner besten Freundin bekommen. Ich hatte geplant, dieses Jahr Fasnet feiern zu gehen und nicht meinen Geburtstag zu feiern. Da ich eh im Mai meine Feier des Lebens zum Wiederholten Male Feier. Aber es kam anders, als geplant. Ich bin immer noch krank und mein Körper kämpft mit dem Infekt. Mein MRT musste ich absagen und darauf hoffen, dass meine Ärzte mir schnell einen neuen Termin blocken können.
Den Termin abzusagen hatte einen bittersüßen Beigeschmack. Einerseits war es richtig, weil mein Husten, Spastik ausgelöst hatte und ich niemals eine längere Zeit auf dem Rücken hätte liegen bleiben können. Ich weiß aber auch, dass es schwer ist einen Ersatztermin zu bekommen und was alles dranhängt. Auf der anderen Seite bin ich neurologisch Austherapiert, wieso also sollte ich mir dann Stress machen? Die Onkologie wartet immer noch auf die Genehmigung der Krankenkasse. Da kann ich mir also auch Zeit nehmen und den Infekt aussitzen. Nur um Fasnet, tat es mir leid. Meine Psyche rutschte und ich verkroch mich in mein Schneckenhaus. Und dann kam Henriette ….
Nun habe ich mein neues Schneckenhaus und kann Kraft tanken, mir ein Lächeln aufs Gesicht schminken und abwarten, bis der größte Sturm vorüberzieht. Um dann die Sonne hinter den Wolken zusammen mit Henriette und vielen anderen zu suchen und das Leben zu feiern.