Anne

Ich habe beiläufig von deinem Tot gehört. Wie ein Wimpernschlag. Einmal geblinzelt und die Welt hat sich Verändert.

Ich habe in den letzen Wochen oft und viel an dich gedacht. Als wollte das Universum mir etwas mitteilen. Aber ich war feige und mal wieder zu beschäftigt um mich über Facebook bei dir zu melden. Das berühmte „das mach ich später“ und nun ist es mal wieder zu spät….

Wir waren zusammen in der Schule und klebten wie Zwillinge zusammen. Du warst mein kleiner Schatten und dafür bekannt, dich für andere einzusetzen. Hilfsbereit und nie um einen frechen Spruch verlegen. Ungerechtigkeit konntest du nie ertragen und hast dich immer für die Starken gemacht, die es selbst nicht konnten. Im Internat hast du extra Küchendienste gemacht, zusammen mit denen, die aufgrund ihrer Behinderung mehr Unterstützung brauchten – um zu helfen. Und egal, was du gemacht hast, dein Mund war nie leise, du plappertest in einer Tour und das Lächeln, das jeden umarmte, war immer auf deinen Lippen. Die „kleine Anne“ hatte ihren Ruf! Egal ob bei den Lehrern oder den Schülern. Wer dich als Freund hatte, war nie alleine und nur selten traurig. Du hast nicht nur meine Schulzeit verbessert und aufgeheitert sondern von einigen.

Es tut mir leid, dass es uns nicht wirklich gelungen ist, nach der Schule regelmäßig in Kontakt zu bleiben. Wir haben immer mal wieder hier und da von einander gehört, aber doch ist der Kontakt immer abgebrochen. Das Leben ist nie fair und nie leicht. Du fehlst, und nicht nur mir! Aber ich werde unsere Erinnerungen für immer in Ehren halten. Dein Lachen und das freche Grinsen, wenn du mal wieder etwas angestellt hast oder wenn du irgendein Blödsinn im Kopf hattest.

Zu früh bist du gegangen. Zu früh habe ich aufgegeben mich bei dir zu melden! Zu spät ist mir einmal mehr bewusst geworden, dass wir alle endlich sind. Ich hoffe, da wo du nun bist geht es dir nun gut und deine Schmerzen sind weg. Und ich hoffe, dass meine Zeilen dich auf irgendeine Art und Weise erreichen. Ich danke dir für deine Freundschaft.

Und für mich nehme ich einmal mehr mit, nichts aufzuschieben und den Moment zu genießen. Man sollte doch annehmen, dass ich genau das regelmäßig lebe und doch rutsche ich immer wieder unbewusst in dieses „später“. Aber später kommt früher, als man möchte. Wenn ich nun etwas möchte, mache ich es. Ohne darüber nachzudenken. Weil das Leben eh nie fair spielt. Das zeigt meine aktuelle gesundheitliche Situation deutlich. Zusätzlich zu Annes Tod. Aber das ist ein anderes Thema, das kommt die Tage – Versprochen.

Anne, du wunderschöner Schmetterling. Flieg frei!

Was die Raupe das Ende der Welt nennt, nennt der Rest der Welt Schmetterling…

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