Nichts ist im Grunde wirklich tot, wenn man genau hin sieht…. Ich sehe hin. Ich erinnere mich…was hätte Manu gesagt? Wie würde Sarai reagieren? Was würde Chris sagen? ….
So viele Freunde fehlen. Mein Herz hat so viele Löcher, dass ich manchmal denke, ich darf niemanden mehr an mich ranlassen. Vertrauen fällt mir allgemein sehr schwer, wenn mein Vertrauen zu jemandem einen Riss bekommt, wird es nie wieder 100%, sondern ich hinterfrage alles noch mehr…Ich bin allgemein kein einfacher Mensch, das ist mir bewusst. Und aktuell noch mehr denn je, denn ich stecke tief im Loch. Darum bin ich unendlich dankbar für all meine Lieben um mich rum, die immer noch da sind. Obwohl ich aktuell seit Wochen eine tickende Bombe bin. Obwohl ich mich nun wochenlang extrem zurückgezogen hatte und alle weggeschoben habe. Obwohl ich ständig um mich schlage, weil ich verzweifelt bin.
Aber wieso bin ich verzweifelt und wieso diese Überschrift? Hier die Erklärung. Der Seelen-Striptease…
Der Brief aus der Klinik, in dem drin stand das sie nicht weiterwissen, dass wir nichts tun können außer warten. Es zermürbt. Dieses warten, dieses tägliche beobachten und diese Angst. Ist das ein Symptom? Man versucht es zu verdrängen, wirklich. Aber jeder der behauptet, er denkt nicht nach, nach so einem Brief – lügt sich selbst an. Schließlich geht es um das eigene Leben und man ist im eigenen Körper nur eine Marionette. Die Fäden halten die Ärzte in den Händen, doch lassen diese, die Fäden aktuell hängen.
Ich habe mich die letzten Wochen extrem hängen lassen und bin auch nicht mehr zum Arzt. Ich habe Ausreden gesucht, weil ich die Wahrheit nicht mehr ertragen habe. Mir ist natürlich bewusst, dass so nichts besser wird. Aber woher die Kraft nehmen, wenn immer wieder etwas oben drauf kommt?
Hallo Sisyphus – warte ich schiebe mit – und sehe den Stein doch wieder den Berg runter Rollen…
Es fängt schon bei Smalltalk an:
Auf die Frage wie es uns geht, erzählen viele was sie alles tun, wie sie den Tag geschafft haben. Ich fange an darüber nachzudenken, was ich sagen kann, ohne das mein Gegenüber sich Sorgen macht oder ich Lüge. Zudem möchte ich manchmal selber nicht mehr wissen, was bei mir los ist.

Sarai sagte mal, wenn ich Ausspreche was ist, wird es real, darum sage ich es nicht. Damals habe ich diesen Satz nicht verstanden, heute schon.
Ja, es ist leicht davon zu rennen, ja es ist leicht einfach den Kopf in den Sand zu stecken, ja das ist mir bewusst. Aber niemand hat das Recht über mein Leben oder mein Umgang damit zu urteilen! Ich bleibe nicht in meiner Höhle. Ich kämpfe!! Weil das Leben es wert ist. Egal wie schwer es ist. Ich habe mir nun eine Auszeit gegönnt um meine Kräfte zu sammeln, aber ich bin immer noch hier! Ich war auf der ComicCon und habe mich spontan Tattoovieren lassen. Um für mich eine positive Erinnerung zu schaffen. Um mir zu beweisen, ich bin immer noch die Verrückte, die ich mag! Meine persönlichen Kopfgeldjäger – die Mandalorianer haben mich überrascht und mir meinen eigenen Helm designt und geschenkt. Ich bin immer noch absolut sprachlos und zu tiefst dankbar. Ich war auf dem The BossHoss Konzert mit meiner Schwägerin und habe mit ihr und vielen anderen den Saal gerockt. Für den Moment einfach alles vergessen und einfach nur gefeiert. Nur um Tage später hier diese Zeilen zu schreiben. Ich bin noch hier! Auch wenn ich aktuell mich wenig bei meinen Lieben melde. Es tut mir leid, dass ich aktuell nicht wie gewohnt für euch da bin. Ich kann einfach nicht. Ich funktioniere im Autopilot…