Ich liege im Bett, die Gedanken kreisen, die Nase läuft und ich spüre die Lunge schmerzhaft bei jedem Atemzug. Ich kämpfe, seid Weihnachten mit Erkältungssymptomen. Gefühlt bin ich zwei Tage fit und dann bügelt es mich wieder um. Ehrlich, es macht keinen Spaß und meine Psyche schreit „mach so weiter und es glaubt dir niemand mehr“
Diese eigene Unsicherheit killt das Selbstwertgefühl. Und ertränkt das Vertrauen in meine Mitmenschen. Und ich stehe machtlos daneben und kann nur zugucken…..
Wie sehr meine Psyche aktuell strauchelt merke ich anhand meines dünnen Nervensystems und an meinen Alpträumen. Letzte Nacht träumte ich, ich hätte ein MRT. Im Traum saß meine Ärztin am Schreibtisch und erzählte mir, dass Wirbelsäule und Brustwirbel frei seien. Wir stießen mit Wasser an und wollten gerade aus dem Raum tanzen als meine Ärztin meinte „ach so Moment wir gucken noch im Kopf.“ Sie ging zurück zum Schreibtisch und wurde still. „Oh nein, da ist wieder was“
In meinem Traum bin ich aus der Klinik geflüchtet und habe ein Wochenende mit niemandem geredet. Mein Mann ging ans Telefon und zur Familie, ich sah mich im Traum wie durch einen Spiegel und sah wie er traurig die Tür von außen schloss. Ich schrieh mein anderes ich an, dass ich rede, dass ich kämpfen solle. …dann wachte ich auf. Mich lässt dieser Traum nicht los. Ich rede mir ein, dass es die Angst ist, weil das MRT vor der Tür steht. Aber so kenne ich es nicht.
Auf der anderen Seite schmiede ich Pläne. Ich sagte immer, dass ich dreißig werde. Nun werde ich 35. Und ich plane 40 zu werden und groß zu feiern. Ich habe auch zwei Wünsche, die ich mir bis dahin zusammengespart haben möchte. Der eine Wunsch ist einmal eine Woche Urlaub. Ich war noch nie in einem Hotel für eine Nacht mit Verkostung. Das war mit Rollstuhl immer ein zu großes Hindernis. Zu teuer und zu kompliziert. Weil Dusche, WC, Bett … Alles muss barrierefrei sein. Und die Anfahrt…
Der nächste Wunsch ist ein Dreirad/Liegefahrrad.
Es ist toll, dass ich mich mithilfe des Elektronischen Rollstuhls fortbewegen kann und an gesellschaftlichen Ereignissen teilnehmen kann. Aber Fahrrad zu fahren, Muskeln aufbauen und unterwegs Sein aus eigener Kraft, das Tempo und die Entfernung bestimmen. Nicht mehr auf den Akku angewiesen zu sein und dass der Weg Rollstuhlgerecht ist gibt mir psychisch so viel. Ich träume schon viele Jahre davon. In der Schule durfte ich so ein Gefährt mal testen und habe mich verliebt. Aber auch da spricht das liebe Geld gegen mich. Darum mein Versuch mir diesen Wunsch bis zu meinem 40. Zu erfüllen.
Hast du Ziele oder Wünsche? Lass es mich doch gerne in den Kommentaren wissen.
