Schmerz verlangt gespürt zu werden!

Hey, bevor du den Text jetzt liest wollt ich nur sagen:
Ich hatte beim schreiben des Textes das Lied „Old Friends“ von Jasmine Thompson im Ohr – such dir gerne den Song, fühle ihn!

Kennst du das? Der Kopf kreist und man bekommt deshalb keinen Satz zusammen. So geht es mir gerade.
Ich schreie innerlich, doch bekomme keinen Ton raus.
Ich war und bin schon immer der Typ Mensch, der alles erstmal mit sich selbst ausmacht.
Ich brauche Zeit und wer mir die nicht zugesteht, muss mit zwei möglichen konsequenzen rechnen.

Entweder schlage ich verbal um mich und bereue es im Anschluss direkt zu tiefst oder ich mauer mich ein und schiebe alles und jeden von mir weg. Beide Möglichkeiten sind weder gut noch fair, aber in dem Moment fühlen sie sich richtig an, da sie mir helfen mich zu schützen.
Gesteht man mir die Zeit jedoch zu, suche ich mir einen Vertrauten und kämpfe mit seiner/ihrer Hilfe gegen den Schmerz an. Ich bin ein Mensch mit Fehlern und ich darf so sein! Denn ich bin genauso wenig perfekt wie jeder andere! Dennoch suche ich immer wieder neue Wege, denn ich möchte weiter dazu lernen.

Einen Menschen zu verlieren, egal ob Freund oder Familie, tut weh. Es zerreißt einen innerlich! Man stellt alles in Frage und beäugt jeden Schritt kritisch.
Manche weinen, ich schreie, wüte und tobe, weil ich nicht akzeptieren kann und will, dass die gemeinsame Zeit des sprechens und lachens für immer zuende sein soll.
Ich versuche mich zu erinnern an unsere Gespräche, versuche klar zu kommen und schaffe es nicht. Trauer braucht Zeit. Zeit, die ich nicht bereit bin ihr zu geben.
Trauer braucht Raum und Verständnis. Ich tue mich schwer zu akzeptieren und hinterfrage alles, z.Bsp. ob ich hätte irgendwas anders machen können.

Und immer wenn es so weh tut, weil jemand mir fehlt, immer wenn es so schwer ist, dass das Atmen kaum klappt, immer wenn ich nicht aufhören kann zu weinen oder zu erzählen wie dieser Mensch war, obwohl schon lange niemand mehr zuhören möchte, immer wenn alles um mich herum zu laut ist, zu schnell ist, immer wenn ich nicht weiß was ich sagen soll, immer wenn ich tausend Fragen in meinem kopf hintereinander aufreihen, DANN IST DAS TRAUER! Und Trauer hat kein Verfallsdatum, Trauer ist nie vorbei. Man kann lernen damit zu leben aber niemand hört je auf zu Trauern, wer sich was anderes einreden, der belügt sich selbst, nur um sich besser zu fühlen.

Das Leben läuft selten nach Plan und nie so wie man es sich wünscht. Es ist ein ewiger Kampf – aber ein Kampf, der sich dennoch lohnt! Ich Kämpfe, um wieder mein Leben zu führen! Selbstbestimmt und frei! Ich brauche für so vieles Hilfe was für andere Selbstverständlich. Da kann ich mir auch nicht immer aussuchen wer mir hilft, oft ist es halt derjenige der gerade da ist, aber beim Trauern bin ich wie jeder andere und darum nehme ich mir das Recht raus, mir auszusuchen mit wem ich rede! Mit wem ich wie Zeit verbringe! Das Schicksal zwingt mich immer wieder in die Knie, aber die Kunst ist es, immer wieder aufzustehen. Und zu lächeln, denn das Leben ist trotz allem schön!

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