Tetraplegie

Ich werde oft gefragt, ob ich je wieder ganz aus dem Rollstuhl rauskomme?  Die Frage würde ich spontan mit „Nein“ beantworten.  Nicht weil ich pessimistisch bin, sondern weil in meinem Krankenblatt „Tetraparese“ steht! Aber wenn ich länger über diese Frage nachdenke, wer weiß schon was morgen ist? Möchte ich darüber nachdenken was viell. sein kann?  Oder stecke ich mir kleine Ziele, erreiche die und gehe so Tag für Tag, Ziel zu Ziel? Babysteps eben!

Aber was ist überhaupt eine Tetraparese?

Google sagt dazu folgendes:

„Als Tetraparese (griech. tetra “vier”) bezeichnet man die inkomplette Lähmung der Skelettmuskulatur aller vier Extremitäten. Ursächlich ist häufig eine Verletzung des Rückenmarks.

Bei einer schlaffen Tetraparese ist der Muskeltonus vermindert (hypoton). Spastische Tetraparesen zeigen einen erhöhten (hypertonen) Muskeltonus. Eine spastische Tetraparese entsteht typischerweise durch eine Schädigung des Rückenmarks oder durch einen frühkindlichen Hirnschaden.

Die Symptome einer spastischen Parese:
in den betroffenen Körperregionen kommt es zum Auftreten andauernder, unkontrollierbarer und äußerst schmerzhafter Muskelkrämpfe und Versteifungen. Eine spastische Lähmung kann auch in den Augen oder in der Schluckmuskulatur auftreten.

Die Spinalnerven, die die Arme und Hände ansteuern, entspringen dem Halswirbelbereich, während die Spinalnerven, die die Beine (und auch Blase, Darm und Genitalien) ansteuern, den Lenden- und Kreuzbeinsegmenten entspringen. Wenn also eine Rückenmarksverletzung auf einer bestimmten Höhe vorliegt, sind die Nerven betroffen, die dem Rückenmark auf dieser Höhe und darunter entspringen.

Das heißt: Je höher die Läsionsstelle ist, desto mehr Körperbereiche sind von motorischen und sensiblen Einschränkungen betroffen. Wenn das Rückenmark im Halswirbelbereich (C1 bis C8) verletzt ist, liegt eine Tetraplegie vor; wenn es in den darunter liegenden Bereichen (ab Th1) verletzt ist, liegt eine Paraplegie vor.“

Uff mit Informationen erschlagen? Ich versuche, dass mal einfacher zu erklären. Jede Berührung ist ein Risiko bei mir, weil jede Berührung eine Spasic – Muskelzucken- auslösen kann. Zum Beispiel bei der Physiotherapie muss meine Therapeutin Aufpassen mein Knie nicht ins Gesicht zu bekommen beim Dehnen, aber nicht, weil ich sie treten möchte sondern weil der Schmerz des Dehnens und des Berührt zu werden Spastik auslöst. Dazu kommen Nervenschmerzen.

Jeder Schritt ist mit Kraft und Angst verbunden, weil jederzeit eine Spastik kommen kann und mir den Boden unter den Füßen wegziehen kann. Es gibt auch lustige Momente durch die Spastik- ich habe meinem Bruder mal meine Cola übergeschüttet wegen der Spastik und er konnte nicht auf mich sauer sein denn ich war es nicht ^^.

Gestern hatte ich mal wieder ein Gespräch mit jemandem der selbst Tetra ist. Die Frage aller Fragen- „Wie hoch bist du?“

Damit ist nicht das Stockwerk gemeint, sondern Art der Tetraplegie. 

Man spricht von:

    Halsbereich: 8 zervikale Nervenpaare, C1 – C8

    Brustbereich: 12 thorakale Nervenpaare, Th1 – Th12

    Lendenbereich: 5 lumbale Nervenpaare, L1 – L5

    Kreuzbeinbereich: 5 sakrale Nervenpaare, S1– S5

    Steißbeinbereich: (meist) 1 kokzygeales Nervenpaar, Co1

Ich weiß ehrlich gesagt nicht wo ich mich einordnen und auch von meinem Arzt kam nur ein „Schwierig“. Da mir alle Halswirbel gebrochen, entnommen und neu eingesetzt wurden bin ich definitiv ein C-Patient aber 1-8 alles offen.

Dazu kommt, dass wenn eine Querschnittlähmung vorliegt, können Betroffene unterhalb der Lähmungshöhe keine Temperatur mehr wahrnehmen.

Zittern und Schwitzen können in den von der Lähmung betroffenen Körperregionen nicht mehr regulativ eingesetzt werden. Der Körper schwitzt oder zittert vor Kälte nur noch in den Regionen, die nicht gelähmt sind.

Tetraplegiker schwitzen vermehrt an Kopf und Armen.

Im Sommer ist es also wichtig den Körper runter zu kühlen. Ein Freund macht, dass mit einer Sprühflasche für Pflanzen.  Ich habe mir das abgeschaut, allerdings bekomme ich die nicht so wirklich gehändelt.  Ich habe meisten Kühlpads auf den Füßen, den Handgelenken und im Nacken. Und wir haben 3- 4 Ventilatoren in der Wohnung. Im Sommer ab ca. 29° lebe ich nachts.  Da ich berentet bin kann ich mir und meinem Hund das bieten. Wir gehen dann nachts viel Gassi und lieben es.

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