Angst ist der Gegenspieler des Mutes. Sowohl Angst als auch Mut haben eine zentrale Funktion im Leben. Die Angst soll einen davor schützen, sich in Lebensgefahr zu begeben. Aber manchmal kann man das gar nicht steuern. Zum Beispiel durch diese Krankheit über die ich hier schreibe, oder ein Unfall.
Aber Angst kann einen auch gefangen halten, lähmen oder Sachen machen lassen, die man gar nicht möchte. Angst ist kein guter Ratgeber und nicht vergleichbar. Oder messbar. Und wer einmal wirkliche Angst um sein Leben hatte, wird dieses Gefühl der eigenen Sterblichkeit nicht mehr los. Es greift die Psyche an und verändert einen nachhaltig.

Diese Angst kann zu einer komplexen posttraumatische Belastungsstörung werden.
Ich bin und bleibe unruhig und schreckhaft. In meinem Kopf tauchen immer wieder Bilder auf. Flashbacks. Blitzartig auftauchende Erinnerungen. Bei denen ich mich 1:1 in Situationen von früher versetzt fühle. Ausgelöst werden die Flashbacks durch Schlüsselreize.
Psychologen Deutsch: Trigger.
Ein Trauma ist eine Wunde im Gehirn die nie wirklich verheilt. Bei bestimmten Reizen- den Triggern- erinnert sich das Unterbewusstsein an das Trauma. Die frisch verheilten Wunden reißen wieder auf. Das Schlimmste ist, wir Traumaopfer kennen die Trigger nicht. Sie sind überall. Menschen, Tiere, Worte, Musik, Blicke, Landschaften, Autos, Farben oder Gerüche, irgendwas dass das Gehirn mit dem erlebten in Verbindung bringt. Alles kann ein Trigger sein und lösen psychiche Reaktionen aus. Meistens Unwohlsein aber auch Panik, den Wunsch nach Flucht oder Todesangst.
Menschen mit PTBS (posttraumatische Belastungsstörung) vermeiden alles. Gehen nicht einkaufen, isolieren sich selbst.
Ich versuche dagegen vorzugehen. Gehe regelmäßig zur Physio und muss vor die Tür. Ich verlange von mir selbst zu funktionieren. Ich schäme mich, wenn ich schwach bin.
Es fällt mir in der Regel schwer, Humor von weniger vertrauten Menschen zu verstehen.
Warum ich das erzähle? Auch ich habe Trigger. Auch Medizinische Trigger. Gerüche oder Geräusche die an Situationen in der Klinik erinnern. Die, die Angst wieder spürbar machen nach der Diagnose. Oder vor und nach jedem MRT. Darum ist es wichtig zu reden! Wichtig Menschen zu haben die einen Auffangen und schwach sein lassen. Und es ist wichtig gute Ärzte zu haben, denen man vertraut.
Unsere Psyche hält viel aus- muss sie auch. Aber wir müssen nicht alles mit uns alleine ausmachen. Wir können gar nicht alles alleine tragen. Und sich Hilfe zu holen ist viel Mutiger als zu versuchen alleine mit allem fertig zu werden.
Stärke zeigen ist schwierig – Schwäche zeigen aber auch.
Eine Antwort zu “Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst”
Auf einfache Wege schickt man nur die Schwachen!
Du bist Stark!Weiterhin viel Erfolg für Dich Mila☆
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