Inklusion ist kein Privileg

Ich mag das Wort „Behindert“ nicht. Es impliziert einen Unterschied den es für mich nicht gibt! Nur weil ein Mensch ein Hilfsmittel benötigt wie zb einen Rollstuhl oder Krücken oder, wie auf dem Bild, einen Roller ist der Mensch nicht anders als ein „Fußgänger“, aber am meisten erschreckt es mich dass Menschen andere in Schubladen stecken. Ein Rollstuhl ist mittlerweile öfters zu sehen, in der Gesellschaft dennoch stößt man als Rollstuhlfahrer oft auf Herausforderungen. Zum Beispiel bewege ich mich lieber im Internet, weil da keine Treppen im Weg sind, aber auch weil man die Behinderung dort nicht sieht. Verstecken will man sich ja nicht, aber die Angst wieder mal in eine Schublade zu geraten sitzt einem immer im Genick. In Lokalen habe ich z.B. immer das Problem „wie komm ich aufs WC?“ Das Internet ist einfach viel inklusiver und barrierefrei.
Aber es gibt auch Hilfsmittel die nicht so bekannt sind, wie dieser Roller. Auch bekannt als Rheuma-Roller. Ein Mensch der unter Rheuma leidet hat Schmerzen! Bewegung hilft aber zu viel Belastung schadet unter Umständen. Natürlich ist nicht jedes Rheuma gleich genauso wie nicht jeder Mensch! Die Rheuma KinderKlinik in Garmisch hat diese Roller mit entwickelt, damit ein Rheumapatient sich weiter Bewegt ohne zu viel zu Belastung auf den Gelenken zu haben, die Alternative wäre oft ein Rollstuhl, der dem Patienten langfristig jegliche Beweglichkeit raubt. Nun der Funfact: Diese Hilfmittel, dieser Roller steht NICHT im Hilfsmittelkatalog und das bedeutet meistens muss man die Finanzierung selbst tragen. Sanitätshauser sind ja bekannt für ihre Preise….
Dazu kommt das Gefühl nirgendwo dazu zu gehören. Wenn ein Mensch mit diesem Roller zum Beispiel Bus fährt wird er oft angefeindet dass Fahrräder nicht mit genommen werden oder dass ein Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwägen meinen ihnen Wird „ihr“ Platz weg genommen , was ja gar nicht der Fall ist. Oder man wird in Geschäften,Restaurants, in Kirchen oder Museen raus geworfen oder Angefeindet. Selbst mit vorzeigen des Behindertenausweises heißt es oft „der ist bestimmt gefälscht“. Nein! Und wieso denken Menschen immer so schlecht? Das geht auf Dauer auf die Psyche, und man bekommt das Gefühl sich für seine existenz schämen oder rechtfertigen zu müssen.

Meiner Meinung nach ist es nicht der Mensch mit Behinderung sondern seine Umgebung, die ihn behindert. Wir „behinderte“ haben uns unser Schiksal nicht ausgesucht und kein Mensch mit Hilfsmittel würde einen ohne ein solches Gerät deswegen anfeinden. „Aus dem Weg Krüppelbande“ ist nur ein Beispiel für den Hass den „Behinderte“ ertragen müssen, nur weil sie mit ihrem Hund spazieren gehen. „Menschen mit Behinderung“ werden oft als stark bezeichnet, weil sie mit ihrem Schicksal so gut umgehen, daß ist gut gemeint und fühlt sich auch oft gut an, aber für „uns“ ist das einfach nur leben. Die wahre Stärke brauchen viele aber Leider im Umgang mit ihren Mitmenschen.

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