“Rollstuhlprobleme“

Ich bin unglaublich gern unterwegs – mit meiner Hündin, mit Freunden, mit der Familie… einfach mal rauskommen. Wie Freunde von mir passend festgestellt haben: „Wieso zu Fuß gehen? Hab doch vier gesunde Reifen!“ Diese Art von Humor, dieser Umgang mit dem Handicap ist genau meine Art. Über sich selbst lachen zu können finde ich wichtig.

 Schade, dass es nicht so einfach ist. Ich bin leider noch nicht so fit, wie ich mir das vorstelle und das frustriert mich. Rollstuhl fahren bedeutet nicht einfach da zu sitzen und (in meinem Fall) die Steuerung zu bedienen.  Es ist anstrengend die notwendige Körperspannung zu halten und ich habe dafür viel trainiert. Jede Kante, jedes Gefälle, selbst kleinste Hindernisse sind ein Risiko. Dafür muss ich mich konzentrieren und auch oft überwinden. Viele Menschen haben dafür keinen Blick – leider.

Für die meisten Menschen ist Mobilität eine Selbstverständlichkeit. Sogar so selbstverständlich, dass sie dabei locker noch viele andere Dinge machen können. Bei mir geht das einfach nicht. Wenn ich nebenbei noch meinen Hund erziehen und einem Gespräch folgen soll, erschöpft mich das recht schnell. Nach einer Stunde so einer Höchstleistung möchte ich manchmal einfach nur nach Hause. Stell dir vor du fährst Auto, auf der Rückbank quengelt ein Kind, über Freisprechanlage führst du ein Telefongespräch und auf den Straßenverkehr musst du natürlich auch noch achten. Ist das einfach?

Da ist ein „Du musst doch nur Rollstuhl fahren…“ (auch bloß im Scherz) kurz verletzend. Mir ist bewusst, dass viele “Rollstuhlprobleme“ für mein Umfeld nicht so offensichtlich sind, aber ich merke dabei wieder einmal, wie anders vieles doch ist und wie stolz ich sein kann auf das, was ich alles erreicht habe.

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