Heute vor einem Jahr war die OP!
Boah ich bekomme Gänsehaut bei diesem Gedanken. Ich hatte damals nicht gedacht, dass ich diesen oder einen ähnlichen Text schreiben kann. Und dazu noch mit dem großen Glück so gut wie Tumorfrei zu sein. Das ist unfassbar! Ich kann es immer noch nicht ganz begreifen und lese heute noch oft den OP Bericht. Es ist einfach so unwirklich.
Letztes Jahr habe ich folgende Nachricht an eine liebe Freundin verfasst:
Die Frage wie es mir geht oder ob es mir besser geht kann ich nicht beantworten. Ich tippe. Formuliere… und lösche dann wieder. Weil ich selbst nicht lesen mag was dasteht.
Nein es geht mir nicht besser. Im Gegenteil. Zwar klimmen die Nebenwirkungen der Chemo langsam ab, aber das MRT vor zwei Wochen zeigt weiteren Wachstum. Die Lähmung wird immer schlimmer und die OP rückt näher. Die Angst die OP nicht zu überleben ist groß und wird mit jedem Arzt Gespräch größer. Die Angst die OP zu überleben und komplett gelähmt zu sein aber auch. Genauso jeden Abend ins Bett zu gehen und nicht zu wissen ob der Tumor diese Nacht ein blutet und ich im Schlaf verblute.
Dazu ständig die Kontrolle über die Blase zu verlieren und sich vor sich und allen helfen zu schämen. Oder einfach komplett fertig und kao zu sein von einer Runde in die Stadt zu gehen. Duschen ist ein reinster Kraftakt und überlege ich mir zweimal. Selbständig essen und trinken ist eine Herausforderung. Und zu allem kommt dazu Zuhause fest zu sitzen und nicht psychisch durchzudrehen.
Wie geht’s dir?
Das ist heute so unendlich weit weg.
Ich habe tolle Freunde und eine wertvolle, Starke Familie hinter mir stehen. Dafür bin ich sehr dankbar. Diese Unterstützung ist nicht selbstverständlich. Ohne sie alle, wäre diese Zeit noch schlimmer gewesen. Sie haben so viel von mir ferngehalten und aufgefangen und waren Tag und Nacht für mich da. Danke!
Vor der OP habe ich mit einer sehr guten Freundin sehr ehrlich und offen geredet. Und mit dieser Freundin habe ich mich kürzlich gemeinsam erinnert an diese intensive Zeit. Es ist für mich immer noch nicht ganz zu begreifen und auch wenn ich mit meiner Familie über das letzte Jahr rede, merke ich, dass meine Erinnerungen abgeschwächt sind. Es ist für mich so unglaublich weit weg, dass ich um mein Leben kämpfte. Mein Tag ist aktuell gefüllt von Training und Übungen da ich mir Ziele gesteckt habe und diese erreichen möchte. Ich hoffe, dass ich das Durchhaltevermögen habe.

Eine Antwort zu “Zeit ist Schall und Rauch”
Liebe Mila,wahnsinn was Du alles schon erreicht hast.Scheiß Krankheit, Du kämpfst Dich da durch, mit enormer Kraft, die keiner erahnen kann. Möchte das auch nicht erleben müssen. Wünsche Dir weitere Fortschritte. Machs gut, bleib stark.Lieben Gruß Mama von Bianca 💞
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