Am 8. Januar 2019 war ich beim Arztgespräch und versuche nun mal den Inhalt für euch grob zusammenzufassen. Die OP ist im Prinzip unumgänglich wenn ich nicht das Risiko eingehen möchte langsam vor mich hin zu vegetieren und mein Körper verfallen zu lassen was schleichend passieren wird wenn ich mich nicht operieren lasse. Außerdem besteht das Risiko das es in den Tumor ein bluten könnte und der verfall über Nacht bzw. ziemlich schnell da wär. Die OP ist mit hohem Risiko behaftet da sie altes Narbengewebe aufmachen müssen und sehr nah am Nerven operieren müssen in einem Bereich wo sehr wenig Platz ist. Aber ich werde das Risiko eingehen müssen weil ich die Aussicht schlimmer finde in 10-15 Jahren komplett gelähmt im Bett zu liegen und zu wissen ich hatte eine Chance und es hätte eventuell anders laufen können. Die OP wiederum wird nicht einfach ich werde definitiv danach auf der Intensiv liegen und mit hoher Wahrscheinlichkeit wochenlang auf Pflege und Hilfe angewiesen sein wenn nicht sogar Monate da es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu Reizungen des Nerves kommt und somit wieder eine teilweise oder komplette Lähmung Auftreten kann, bei der man jetzt noch nicht sagen kann ob die bleibt, wie stark sie wird oder ob sie überhaupt auftritt. Genauso kann man nicht sagen was genau bei der OP passiert ob nur die Zyste entfernt wird oder ob auch ein Stück des Tumors entfernt werden kann aber die Ärzte wollen so viel wie möglich entfernen damit sich das auch lohnt. Die Op wird aber aus persönlichen, wunderbaren Gründen nicht vor Mai stattfinden außer es wird schnell schlechter. Im März ist noch ein MRT Angesetzt das wird aufjedenfall noch abgewartet. Der 11. Chemo Zyklus und auch der 12. sollen noch durchgeführt werden wenn meine Blutwerte mitspielen.
Ich kann hier leider nicht wirklich Emotionen in meinen Text rein bringen. Unterbewusst kreisen die Gedanken und die Angst wird größer. Ich versuche klarzukommen und ertappe mich dabei wie ich mich einigel. Auf der einen Seite möchte ich so viel mitnehmen wie es nur geht weil ich Angst habe wie es nach der OP sein wird und auf der Gegenseite kann ich einfach nicht mehr so gut schauspielern, dass die Menschen mit denen ich sitze nicht merken was mir durch den Kopf geht oder wie ich mich in dem Moment gerade fühle, weil wieder irgendein Gedanke Hochkam. Auf die Frage wie es mir geht weiß ich keine Antwort mehr. Mein Alltag ist gefüllt von Tränen und Emotionen und Wut! Und so Sachen wie Patientenverfügung, lebenserhaltende Maßnahmen, Abschiedsbriefe an meine Nichte …Es tut weh und doch möchte ich das im Vorfeld geklärt und gemacht wissen.
Und dann kommt doch das normale Leben Geburtstage, Ostern, Hochzeiten, Junggesellenabschiede…. und natürlich freue ich mich auf all diese Tage und die Menschen die dabei sind aber ich weiß auch, dass auch an diesen Tagen ich immer wieder an mir selbst und an meinem Unterbewusstsein arbeiten muss um nicht los zu weinen und die Stimmung zu zerstören.