Das MRT im September 2018 war nicht gut. Die Chemo hat nicht angeschlagen und der Verdacht stand im Raum dass der Tumor Ablagerungen in der Wirbelsäule gesetzt hat. Dazu Lupos und eine Anämie im Blut. Darum wurde im Oktober 2018 ein MRT mit Vollnarkose gemacht. Die Wirbelsäule ist frei und die Anämie im Blut ist auf dir Chemo zurück zu führen dennoch weiß man noch nicht warum meine Blutwerte, besonders ein bestimmter wert, so im Keller ist. Die Chemo wurde verlängert und erhöhte und Lupos wurde bestätigt wird aber vorerst nicht behandelt. Von der Chemo ist mein Mund entzündet und offen, mein Magen entzündet und gereizt, Blase und Darm sind sehr in Mitleidenschaft gezogen und haben Aussetzer. Meine Lunge leidet und ich hab Atemprobleme. Schmerzen in den Gelenken und immer wieder Fieber. Schlafe fast nur noch. J. kämpft mit mir, mit den Nebenwirkungen, mit dem Rheuma, mit Lea & dem Wetter….
Erst hieß es die Möglichkeiten zu operieren und Heilung seien durch den neuen Chefarzt möglich. Nach 19 Jahren das erste mal Hoffnung. Hoffnung auf ein Leben ohne ständig in Angst zu sein. Hoffnung ohne bei jeder Erkältung gleich Panik zu bekommen, Hoffnung auf rein halbwegs normales Leben ohne alle drei Monate ins MRT zu müssen und unter Schmerzen da liegen, still halten zu müssen. Manchmal weiß ich nicht was lauter ist, das MRT oder meine Gedanken und Ängste in den Minuten im MRT. Ein Leben ohne alle paar Monate ein Gespräch mit mehreren guten Ärzten zu führen die diesen hilflosen, mitleidigen Blick haben weil sie wissen dass sie nichts für mich tun können. Und dann…Puff die Hoffnung ging in Luft auf der Chefarzt traut sich nicht ran obwohl er mega Referenzen hat
Heißt auf Deutsch: Chemo und weiter hoffen dass die Chemo mir Zeit bringt und weiter so tun als mache die Tatsache das ich daran früher oder später sterben werde mich nicht wahnsinnig und ich laufe nicht innerlich Amok bei jedem“ Kopf hoch oder kämpf weiter“. Ich weiß dass es nur lieb gemeint ist und ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es ist die richtigen Worte zu finden bzw. sich in dem Moment richtig zu verhalten. Aber gibt es für überhaupt das richtige verhalten? Was wäre denn so schlimm daran wenn ich zb nach einem MRT einfach mal ein paar Gläser zerwerfen möchte vor lauter Wut über diese Ungerechtigkeit?
Nun haben wir Dezember 2018, unser Wohnzimmer ist Weihnachtlich Geschmückt und der Baum steht. Plätzchen habe ich dieses Jahr keine Gebacken. Ich stecke seid Gestern im Zehnten Chemozyklus. Morgen steht das nächste MRT an, das fünfte MRT seit August. Ich hab am Montag schon tolle Gespräche geführt über das tolle Thema was ist wenn die Chemo nichts bringt. Darf ich einfach Pause drücken und weg rennen? Ich mag nicht mehr Kämpfen. Selbst Duschen, Essen, Trinken oder aufs Klo gehen ist mittlerweile ein Kampf und nur noch Anstrengend. Andere Planen Ausflüge ich plane wann ich ca genug Energie habe um mich zu waschen und menschlich zu fühlen.