Katharinenhöhe 2011

Ja, ich war wieder zur Kur! Und es tat mehr als gut! Ich war psychisch total weit unten und hatte ne Kur mehr als nötig. Seid April war ich arbeitslos und dazu die Chemo die ja im April wieder gestartet hatte wurde ich immer mehr Depressiv. Darum hatte ich mich für eine Kur entschlossen, jedoch eine Kur zu der ich alleine fahren würde. So landete ich bei den JuWas (Jungen Erwachsenen). Es war toll und die Betreuung war super. Ich habe viele Leute kennen gelernt, wobei ich Schwierigkeiten hatte mich zu öffnen. Ich hatte keine Lust ständig das Thema Krebs um mich zu haben. Die meisten die da waren, waren erst ein paar Jahre oder noch ganz frisch mit der Krankheit in Berührung gekommen, nicht so wie ich, die schon mehrere Jahre damit zukämpfen hat. Ich glaub da lag so das Problem. Zudem sprachen viel von Rezidiv. Rezidiv bedeutet Rückfall. Ja da kann ich mal gar nicht mit sprechen, da ich nie geheilt sein werde. Ich weiß, jemand hatte mir gesagt
„Es gibt immer Wunder, ich solle nur Glauben“
Ja, es gibt Wunder, aber nicht so eins! Es war lieb gemeint und es hatte mich auch berührt aber zu der Zeit wollte ich so etwas nicht hören. Ich wollte auch nicht das jemand mich wirklich kennen lernt. Deswegen war ich nicht zur Kur gefahren! Ich wollte keine Freundschaften aufbauen mit andern Betroffenen. Fakt ist, ich habe es dennoch zugelassen. Ich habe da Menschen kennen gelernt, die ich bewundere! Menschen die mir jetzt ganz arg fehlen und Menschen die ich sehr ins Herz geschlossen habe. Ich muss keine Namen nennen, die Personen wissen wen ich meine! Danke euch!!! Ich wünsche euch alles, alles gute und ich hoffe dass wir uns wieder sehen.

Es gibt viele Erinnerungen und ja einiges habe ich getan um mir zu Beweisen, dass es dennoch geht, Trotz Rollstuhl! An unserem letzen Abend sind wir in das benachbarte Dorf essen gegangen, nur unsere Gruppe. Es war schön und hatte uns allen glaub ich sehr viel Spaß gemacht. In das Dorf kommt man ganz schnell über einen Waldweg der nicht beleuchtet ist und auch einige Unebenheiten hat. Die meisten von uns sind mit den Betreuern mit den kleinen Bussen gefahren. Mich hat der Weg aber an alte Zeiten mit meiner Familie erinnert und ich wollte zu gern durch den Wald. Weit war es ja nicht. So bin ich bin mit vier andern durch den Wald aber hätte ich nicht die kleine Taschenlampe von einem bekommen wäre ich nie heil angekommen. Es war steil, uneben und sehr dunkel. Wald eben. Ich weiß heute ehrlich nicht mehr warum ich das unbedingt wollte und ich nicht daran gedacht hatte, dass es ja dunkel sei und keine gute Straße. Ich hatte mal wieder vergessen dass ich im Rollstuhl sitze und nicht alles so einfach und möglich ist wie für andere. Es war eine Herausforderung und es hatte mich Überwindung gekostet muss ich zu geben aber ich bin Stolz, dass ich es geschafft habe.

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