Selbsthilfegruppe Jung und Krebs

Ich bin nun schon so lange in diesem Kampf um mein Leben. Mal mehr mal weniger mit Mitkämpfern. Es fiel mir schwer mit anderen Betroffenen Kontakt einzugehen oder zuhalten.  Zum einen aus Selbstschutz zum anderen weil ich angst hatte mir meine Schwächen, meine Angst vor dem Krebs der anderen, meinem Tumor, einzugestehen.  Und auch vor der Angst was ist wenn ich die Person in mein Herz lasse und sie den Kampf verliert? Das ist mir schon zwei mal passiert und ehrlich das ist ein scheiß Gefühl! Es tut weh und gerade mein bester Freund fehlt mir jeden Tag. Manu und Sarai waren immer da! Kein Tag an dem wir uns nicht hörten oder schrieben. Ja die Entfernung trennte uns, Nürnberg und Heidelberg sind halt nicht ums Eck! Aber allein zu wissen, egal wann ich kann anrufen! Ich kann reden! Ich kann heulen, schimpfen, Fluchen egal was egal wann das ist unbezahlbar gewesen. Und es war einfach nicht nur daher gesagt „ich bin immer für dich da“ nein wir waren es auch. Und nun sind sie weg, sie sind voraus gegangen und ich erreiche sie nicht mehr aus dem gewohnten weg. Mein Herz blutet und es vergeht kein Tag wo ich nicht an die zwei denke oder mich erwische wie ich mit ihnen vor mich hin rede. Der Tod und der Abschied sowie der egoistische Schmerz von den beiden war der Grund warum ich mich vor Gruppen von Mitstreitern distanziert hatte. Viele hatten die Vermutung das ich den Krebs nicht akzeptiert hatte und deswegen nicht mit anderen drüber reden wollte, stimmt! Stimmt aber nur zum Teil! Ich weiß das ich krank bin aber ich akzeptiere den Krebs nicht! Das ist mein Leben und mein Körper! Aber ich habe kein Problem damit drüber zu reden. In einer Community habe ich den ‚Flyer von Jung und Krebs gesehen. Ich fand den Flyer wahnsinnig toll geschrieben und fühlte mich angesprochen und verstanden. So schrieb ich sehr unsicher eine Mail. Mir fehlte zu dem Zeitpunkt jemand der mich verstand ohne das ich alles erklären muss. Aber ich hatte auch sehr viel Respekt und Angst vor einem Treffen. Ich hab das bewusst immer weiter raus geschoben. Im Nachhinein weis ich gar nicht warum. Mit dem Gründer Carsten habe ich oft und viel über die Community geschrieben.  Es war ein sehr angenehmer Austausch. Ohne Druck und ohne verurteilt zu werden für eventuelle Abneigungen. An dieser Stelle, Danke!  Ein spontaner Zufall ließ mich dann doch mal real dazu stoßen und es war überraschend locker, lustig und sehr schön. Aus  diesem Treffen nahm ich für mich sehr viel mit. Auch für die Zukunft im Umgang  mit meiner Angst zum Beispiel. Ich habe bei diesem Treffen tolle sehr freundliche und positive Mitkämpfer getroffen und kennen gelernt. Auch Menschen mit denen ich engeren Kontakt habe und öfters sehe als die ganze Gruppe. Es tut gut, sehr gut sogar. Die Gruppe in Whatsapp zu haben immer jemanden erreichen zu können der im selben Boot sitzt. Und auch die Treffen tuen gut! Zu Lachen, zu reden einfach zu wissen man ist nicht alleine mit dem Scheiß! Danke an jeden der dazu gehört.Ich hielte nie etwas von Selbsthilfegruppen, dieses jammern und jeder versucht schlechter dazustehen als der andere, so hatte ich mir das vorgestellt. Und so ist es halt ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Der Schwarze Humor, Sarkasmus und die vielen Schultern die zusammenhalten das ist einfach der Wahnsinn. Danke!

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